In vielen japanischen Animes ist der Hauptcharakter nicht gerade ein Muster-Schüler.
Sie glänzen nicht im Unterricht, haben kaum Freunde und manchmal bleiben sie einfach zu Hause.
Auf den ersten Blick könnte man denken: „Oh, das ist ein Versager.“
Aber merkwürdigerweise wirken diese Figuren überhaupt nicht kaputt.
In Anohana zum Beispiel geht Jinta nicht zur Schule, nicht weil er faul ist,
sondern weil die Zeit für ihn irgendwie stillstand.
Etwas Wichtiges ging verloren, und er wusste nicht, wie er weitermachen sollte.
Die Geschichte zwingt ihn nicht zurück in den Klassenraum.
Es geht darum, langsam mit der Vergangenheit ins Reine zu kommen —
und manchmal lernt man mehr, wenn man kurz Pause macht.
Oder in Horimiya:
Miyamura verändert sich nicht plötzlich und wird nicht über Nacht beliebt.
Er trifft einfach eine Person, die ihn so sieht, wie er wirklich ist.
Und das reicht schon, um seine Welt ein kleines bisschen zu verändern.
Das Spannende an diesen Geschichten:
Die Schule ist nie das eigentliche Ziel.
Zugehörigkeit kommt zuerst, Verständnis kommt zuerst —
und „Fortschritt“ folgt selten einem Stundenplan.
Vielleicht ist es genau das, was diese Geschichten so beruhigend macht.
Sie sagen leise:
Wenn du früher nicht dazugepasst hast, heißt das nicht, dass du versagt hast.
Manchmal sieht Wachstum einfach so aus, als würde man kurz stillstehen —
und das ist völlig in Ordnung.





